Meine Covid Isolation

Meine Covid Isolation: Ein französisches Bett, ein kleiner Tisch, ein Badezimmer und eine Kochnische. Ein bitteres Ende nach 4600 km Freiheit auf dem CDT-Thru-Hike von Mexiko nach Kanada.

Am 14. September erreichte ich die kanadische Grenze. Zu Fuß wanderte ich von der mexikanischen Grenze durch die Staaten New Mexico, Colorado, Wyoming, Idaho und Montana. Ein unvergessliches Abenteuer, das für gut vier Monate zu einem geliebten Lebensstil wurde. 

Endlose Weiten, Berge, Natur und Freiheit waren mein Lebensraum. Mein Bewegungsdrang war gestillt, ich wanderte täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Ein Paradies für mich als natur- und sportbegeisterte Einzelgängerin. 

Die letzten fünf Wochen nach dem Trail war ich in den USA vom Pech verfolgt. Von kaputten Autos über stornierte Flüge bis hin zum Aufenthalt in meinem Covid-Isolierzimmer. Flexibilität, Umstrukturierung und Warten standen an erster Stelle.

Ja, ich wurde einen Tag vor meinem geplanten internationalen Flug nach Schweden positiv auf Covid getestet. Meine lang ersehnte Heimreise fiel ins Wasser und eine weitere Umstrukturierung war erforderlich. In Phoenix, Arizona, buchte ich ein kleines Studio. 

Nachdem ich im nächstgelegenen Supermarkt eingekauft hatte, richtete ich mich ein für meine Covid Isolation.

Die ersten Tage verbrachte ich hauptsächlich mit Schlafen. Fieber und schmerzende Glieder plagten mich. Meine Einkäufe im Kühlschrank rührte ich nicht an. Ich war weder hungrig noch hatte ich einen Geschmackssinn. 

In der Zwischenzeit sind meine Lebensgeister wieder erwacht. Ich bin immer noch schwach, müde und ohne Geschmackssinn, aber ansonsten gesund. Aber das Eingesperrtsein in meinem gemütlichen Isolierzimmer und der Mangel an Bewegung belasten mich sehr. 

Die Tage sind lang. Schreiben, Lesen und Hausarbeiten sind das Einzige, was ich tun kann. Ich bin Chris, einem Freund aus Tucson, sehr dankbar, dass er alle meine Habseligkeiten und meinen Computer zu mir hochgebracht hat. 

Als ein Mensch, der die Einsamkeit liebt, war ich gespannt, ob ich das Alleinsein jetzt aushalten würde. Krank, eingesperrt und weit weg von meinem eigenen Zuhause. Und zu guter Letzt befindet sich dieses Isolierzimmer mitten in einer Großstadt! Das ist eine neue Situation. 

Meine Covid Isolation ist vorbei. Nach fast 10 Tagen weiß ich jetzt, dass ich gerne allein bin, auch ohne Natur, Bewegung und Gesundheit. Ich fühle mich sehr wohl mit mir selbst. Trotzdem bin ich all meinen Freunden aus nah und fern dankbar für die vielen Anrufe und Nachrichten. Vielen Dank dafür! Das wärmt!

Es ist nicht leicht, im Ausland in einem geschlossenen Isolierzimmer eingeschlossen zu sein. Ich bin dankbar dafür, dass ich mich dem jetzt stellen muss und nicht vor meiner Einreise in die USA – und damit vor dem Continentanl Divide Trail – im Mai.

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