Mein Tiny House auf Rädern kommt an

Mein Tiny House auf Rädern soll heute auf mein Grundstück rollen. Ein kleines Haus ist auf dem Weg zu mir. Dieses bewegliche Haus wird zuerst auf einem Lastwagen nach Skaulo kommen, dann wird das rollende Haus auf seinen eigenen Rädern das letzte Stück zu mir fahren. Was für ein aufregender Tag!

Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich als Kind gefühlt haben, als Weihnachten kurz bevorstand? Können Sie das Gefühl zurückrufen, nicht mehr warten zu können? Aufgeregte, freudige, aber vergessene Gefühle. Heute vor einem Jahr war so ein Morgen für mich. Ich konnte kaum den Nachmittag abwarten, an dem mein Umzugshaus ankommt. 

KooUdde in Skaulo, Norrbotten, Schwedisch Lappland

2012 kaufte ich mein Stück Land mit 50 ha Waldfläche. Es liegt zum Teil auf einer Halbinsel des Sees Soutujärvi. Eine abgelegene Landzunge in den Wäldern der Gemeinde Skaulo in Schwedisch-Lappland.

Die windige Halbinsel in der Einsamkeit

Die Halbinsel ist ein Paradies in der Einsamkeit, wie geschaffen für mich und meine Huskys. Zu dem Grundstück gehörte eine alte, einfache Hütte. Die unisolierte Hütte umfasste eine vier Quadratmeter große Küche, eine vier Quadratmeter große Schlafkammer und ein 12 Quadratmeter großes Wohnzimmer. 2015 habe ich die Küche mit dem Schlafzimmer vergrößert, um ein dauerhaftes Wohnen zu ermöglichen. Ich habe das Duschhaus renoviert und ein Frisch-/Abwassersystem eingerichtet. Ich habe das Plumpsklo begradigt und die Hundehöfe erhöht. Der fehlende Straßenzugang machte diese Verbesserungen zu einer großen Herausforderung.

Rechtzeitig vor dem strengen Winter zog ich mit meinen Schlittenhunden hierher. Für die Unterbringung von Gästen kaufte ich einen alten SMV-Wohnwagen auf den Lofoten in Norwegen. Das war sozusagen mein erstes bewegliches Haus. Der Transport zum Hof war eine Herausforderung, da die Straße nicht zugänglich war. Ich musste warten, bis das Eis auf dem See stark genug war. Mit meinem ATV zogen wir den Van auf dem Eis entlang des Ufers. Der Aufstieg vom See zum Land war das Schwierigste, aber wir haben es geschafft! Der regelmäßige Wind ist auf einer Halbinsel üblich. Im arktischen Sommer hält er einen Teil der Moskitos fern. Im polaren Winter bringt er viele Schneestürme.

Wie ich meine Hütte winddicht gemacht habe

Diese Winterwinde wehten direkt durch meine ungedämmten Hüttenwände. Eine leichte Brise streichelte oft mein Gesicht beim Schlafen. Das Aufwachen war jeden Morgen eine sehr kalte Erfahrung. Also habe ich die Außenseite der Fachwerkwände mit Styropor-Segmenten ausgekleidet. Das verbesserte meinen Komfort. Die Hütte sah furchtbar aus, obwohl sie wie ein Iglu wirkte. Dennoch war das dauerhafte Leben hier nicht nachhaltig und eine Verschwendung von natürlichen Ressourcen. Eine Tatsache, die ich mit meinem Gewissen kaum verantworten konnte.

Doch bevor ich über einen ernsthaften Bau nachdenken konnte, musste ich erst einmal andere wichtige Dinge vor Ort haben. Mit der Schneemaschine fuhr ich Material auf das Grundstück. Im Sommer 2016 baute ich einen Brennholzschuppen, vergrößerte eine bestehende Scheune und errichtete einen Unterstand für den kleinen Gästewohnwagen. Nach einem weiteren kalten Winter beschloss ich, einen Straßenzugang zu bauen. Im Herbst 2018 war eine 700 Meter lange neue Zufahrt fast fertig. Ich würde sie im Frühjahr 2019 fertigstellen. 

Die Geburt meiner kleinen Hütte auf Rädern

An einem dunklen und kalten Januarmorgen im Jahr 2019 beschloss ich, mein Tiny House auf Rädern zu verwirklichen. Wie sollte ich vorgehen? Rolling Homes sind in den USA sehr beliebt, aber in Schweden noch gar nicht so bekannt. Nach intensiver Internetrecherche habe ich schließlich die kleine Firma Treesign gefunden. In Tideholm, 1300 Kilometer von mir entfernt, bauen Fabian und sein Team maßgeschneiderte Tiny Homes. Sein Unternehmen hat sich auf nachhaltiges Bauen mit natürlichen Materialien spezialisiert. Ein sehr wichtiger und willkommener Punkt für mich. In den kommenden Wochen habe ich meine Träume und Bedürfnisse zu Papier gebracht. Mit der großartigen Hilfe von Fabian erstellten wir gemeinsam einen tragfähigen Bauplan. Er nannte dieses Projekt Tiny Barbara. Durch regelmäßige Fotoshootings hielt er mich über die Fortschritte auf dem Laufenden. Die Auslieferung des 22 Quadratmeter großen Tiny Home auf Rädern planten wir für September 2019.  

Vorbereitungen für die Ankunft von Tiny Barbara

Im Sommer 2019 habe ich endlich die Einfahrt zu meinem Grundstück fertiggestellt. Was für eine Umstellung, mit dem Auto zu meinem Haus zu fahren. Ich musste nicht mehr längerfristig planen. Wenn ich Material brauchte, konnte ich es besorgen. Auch Hauslieferungen wurden möglich. Es fühlte sich fast wie ein neuer Lebensabschnitt an. Und ein Muss, um meinen Platz für mein kommendes rollendes Zuhause zugänglich zu machen.

Gleichzeitig bereitete ich den Platz für mein Tiny House auf Rädern vor. Da die kleine Hütte auf Rädern steht, brauchte ich keine Genehmigung. Ich hatte völlig freie Hand bei meiner Entscheidung, wo das Haus stehen sollte. Alle Standorte hatten Vor- und Nachteile. Es war von Anfang an klar, dass ich das rollende Haus direkt am Wasser aufstellen wollte. Ich traf meine Entscheidung und fällte einige Bäume, um genügend Platz zu schaffen. Ein Baum fällt schnell und braucht viele Jahre, um nachzuwachsen. Nachdem der Boden eben genug war, bedeckte ich die Fläche mit einer dicken Gummimatte und schüttete Kies darüber. Ich wollte sicher sein, dass das mobile Haus auf Rädern auf einem stabilen Untergrund steht. Jetzt konnte ich nur noch warten und die Vorfreude auf mein erstes Date mit meinem kleinen Häuschen auf Rädern genießen.

Mein Traum auf Rädern kommt an

Vor genau einem Jahr, am 28. Oktober 2019, kam mein kleines Häuschen auf Rädern auf einem Sattelauflieger in das nahe gelegene Dorf Skaulo. Ich konnte den Moment kaum erwarten, den ersten Schritt in dieses lang ersehnte neue rollende Zuhause zu machen. Endlich war es so weit, und der LKW-Fahrer rief mich an. Ich sprang in mein Auto und fand mich sofort dort wieder. Wahnsinn! Ich kletterte auf den Lkw und öffnete die Tür. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl durchflutete meinen ganzen Körper. Tiny Barbara war noch schöner, als ich erwartet hatte!

Mein Tiny House auf Rädern rollt an

Aber mein neues Haus war noch nicht zu Hause. Einer meiner Freunde fuhr mit seinem Traktor an den Anfang meiner neu gebauten Straße. Jetzt wurde das Transportprojekt interessant. Wird meine winzige Hütte auf Rädern die neue Auffahrt überleben? Wird diese eine Kurve zu eng sein? Lebhaft diskutierte ich mit dem Traktorfahrer die geplante Strategie. Meter für Meter rollten wir mit dem fahrbaren Häuschen über den Weg, bis wir vor der kritischen Kurve standen. Erneute Strategiediskussionen. Wir schafften es und legten die letzten 200 Meter ohne Probleme zurück. Geschafft! Der vorbereitete Platz war perfekt, groß genug und flach. Ich begann mit den notwendigen Detailarbeiten, um bereits in der ersten Nacht in meinem neuen Zuhause schlafen zu können.

Gegen Mitternacht war ich fertig. Ich kletterte auf meinen Schlafboden und kroch unter die Decken auf die provisorische Matratze. Müde und überglücklich schlafe ich sofort ein.

Der technische Teil meines neu eingerichteten Alltags

Ein eingebauter 200-Liter-Wassertank sorgt für fließendes Wasser. Ich fülle ihn etwa alle 10-14 Tage mit Hilfe eines Gartenschlauchs auf. Im Sommer ist das ein Kinderspiel, im Winter ist es stressig, dass das Wasser im Gartenschlauch nicht einfriert. Ein externer Anschluss verhindert das Hantieren mit großen Wassermengen im Haus. Hinter dem Tank befindet sich ein kleiner Warmwasserboiler.

Das Abwasser (ohne Toilette) fließt durch ein Rohr in einen speziellen Tank. Das gesamte Wassersystem kann bei längerer Abwesenheit im Winter komplett entleert werden. Das bedeutet, dass das Haus kalt gestellt werden kann, ohne dass die Gefahr von Gefrierschäden besteht.

Ich habe mich für eine elektrische Fußbodenheizung in Kombination mit dem Holzkamin Globefire Atlas mit Heizplatten entschieden. Ich bevorzuge die Wärme aus dem Kamin, da sie viel angenehmer ist und ich außerdem viel Wald habe. Das jährliche Abholzen macht mir immer viel Freude. Die Pflege des Waldes und die Herstellung von Brennholz gehen Hand in Hand.

Die Inneneinrichtung

Mein kleines Häuschen auf Rädern ist multifunktional. Wir haben alles so geplant, dass so viel Stauraum wie möglich entsteht.

Im Eingangsbereich gibt es einen Garderobenbereich. Die vielen Regale habe ich mit Körben versehen, um Ordnung zu halten. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die Badekammer. In dem zwei Quadratmeter großen Raum befinden sich eine Dusche, ein Waschbecken und eine Toilette von Separett Villa. Die Wahl der wasserlosen Toilette war schwierig und nicht optimal. Je nach Wetterlage entwickelt diese leichte Gerüche in der Kammer. Eine weniger energieeffiziente, aber geruchssichere Lösung ist eine Verbrennungstoilette. Eine Idee für die Zukunft.

Die Küche ist mit einem großen Kühlschrank mit Gefrierfach ausgestattet. Eine Spüle, eine Mikrowelle und ein Wasserkocher. Der große Holzkamin mit Platz für drei Kochtöpfe wird meist als Herd genutzt. Für den eiligen Morgenkaffee und sehr warme Tage im Sommer gibt es auch eine Doppelinduktionsplatte.

Im Wohnbereich gibt es einen zusammenklappbaren Tisch mit zwei Stühlen, der mit Stauraum ausgestattet ist. Ein Sofa lässt sich in zwei Schlafplätze umwandeln. Die beiden Tischsitze können auch als Sofabeistelltisch genutzt werden. Über dem Sofa gibt es einen Dachboden mit zwei Betten, die ich mit Hilfe einer losen Leiter erreiche.

Der nicht benötigte Luxus meiner kleinen Hütte auf Rädern

Ein Leben im Luxus passt nicht zu mir und ist nicht mein Ziel. Dennoch ist es angenehm, die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens ohne großen Aufwand zu erfüllen. Einige der Annehmlichkeiten meiner winzigen Hütte auf Rädern sind an dieser Stelle unnötig. Aber ich habe mein rollendes Zuhause auch für eine spätere Lebensphase geplant. Eine Investition in mein Alter.

Heute weiß ich nicht, in welcher Ecke der Welt ich meine Zukunft verbringen werde. Das ist auch egal, denn mein rollendes kleines Haus wird mir folgen. Wo auch immer ich mich aufhalte, es ermöglicht mir, die Lebenshaltungskosten zu senken. Ich bin jeden Tag dankbar und sehr glücklich, dass ich mir meinen Traum von einem Tiny Home auf Rädern erfüllt habe.

Wenn Sie mehr über meinen Lebensstil mit einem Tiny House lesen möchten, besuchen Sie meinen Tiny House Blog. Oder haben Sie sogar Lust, einige Tage mit mir zu teilen? Mieten Sie eine Hütte und nehmen Sie an meinem einfachen Leben teil…

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